Stadtkirche aus der Luft
  

Geistliches Wort

Geistliches Wort

Liebe Gemeindeglieder,
Hendrik Fränkle
„Wann wird's mal wieder richtig Sommer?“ sang Rudi Carrell vor vielen Jahren. Damals klang das wie die Sehnsucht nach Sonne, Wärme und Ferientagen ohne Ende. Viele von uns sind mit der Vorstellung aufgewachsen, dass gutes Wetter vor allem eines bedeutet: blauer Himmel, Sonnenschein und möglichst wenig Regen.
In diesem Sommer habe ich mich dabei ertappt, dass ich genau das Gegenteil gehofft habe. Wann regnet es endlich wieder? Wann bekommen ausgetrocknete Flüsse und Seen, Felder und Wälder das Wasser, das sie so dringend brauchen?
Was früher als Zeichen eines gelungenen Sommers galt, sehen wir heute anders. Die Trockenheit dieses Jahres hat gezeigt, wie verletzlich unsere Lebensgrundlagen sind.
Die Bibel kennt diese Erfahrung. Regen und Sonnenschein erscheinen dort nicht als Selbstverständlichkeit, sondern als Gottes gute Gaben. Menschen können säen, pflanzen und pflegen. Wachsen lassen können sie das Leben nicht. Darum staunen die Erntedanklieder darüber, dass die Erde Früchte hervorbringt und Menschen genug haben zum Leben.
Darin liegt die Botschaft des Erntedankfestes: Wir leben nicht nur von dem, was wir leisten, sondern auch von dem, was uns geschenkt wird. Von fruchtbaren Böden und sauberem Wasser. Von Menschen, die uns begleiten. Von Möglichkeiten und Kräften, die nicht selbstverständlich sind.