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Quelle: Rolf-Peter Thomas, Rolf-Peter Thomas 2006
Quelle: Judith Ischen, Judith Ischen 2018
Quelle: Otfried Ischen, Otfried Ischen 2013
Quelle: Otfried Ischen, Otfried Ischen 2010
Quelle: Rolf-Peter Thomas, Rolf-Peter Thomas 2006

Taufe: Fragen und Antworten

Die Taufe:
Sieben plus zehn Fragen samt  Antworten rund um Glauben, Segen und Wasser
 
Allgemeine Fragen zur Taufe
1. Was ist die Taufe?
In der Taufe wendet sich Gott in besonderer Weise dem Menschen zu und beschenkt ihn mit seinem Geist. Das Erfahren dieser Zuwendung beantwortet der Mensch mit dem Ja zu Gott.
Jesus Christus hat seinen Jüngern und damit allen Christinnen und Christen die Aufgabe übertragen, Menschen zu taufen. Durch die Taufe wird der Mensch in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen.

2. Was sind die Elemente der Taufe?
Bei der Taufhandlung wird zunächst aus der Bibel die Anweisung von Jesus zur Taufe vorgelesen. Der Täufling wird gefragt, ob er sich taufen lassen will. Nach seinem „Ja" zu dieser Frage spricht er zusammen mit der Gemeinde das Apostolische Glaubensbekenntnis. Bei einer Kindertaufe wird die Frage nach der Taufe und der christlichen Erziehung den Eltern und Paten gestellt.
Die Taufe geschieht, indem ein Pfarrer den Kopf des Täuflings dreimal mit Wasser begießt und dazu spricht: „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes."
Die Getauften bekommen einen Taufspruch aus der Bibel zugesprochen. Sie werden in besonderer Weise gesegnet. Als sichtbares Zeichen der Taufe kann eine Taufkerze entzündet werden. Der Täufling erhält eine Taufurkunde, bei Kindertaufen können den Paten und Patinnen Patenscheine überreicht werden.
Die Gemeinde wird daran erinnert, ihr neues Mitglied mit Gebet und Hilfe zu begleiten.
 
3. Wo findet man einen Taufspruch?
Taufsprüche müssen aus der Bibel stammen. Einen passenden Vers zu finden, ist für Täuflinge oder Eltern und Paten nicht immer eine leichte Aufgabe. Der Pfarrer kann dabei behilflich sein. Unter www.taufspruch.de ist eine große Sammlung von Taufsprüchen zusammengestellt.

4. Kostet die Taufe Geld?
Nein, es werden für eine Taufe keine Gebühren fällig. Die Gemeinde freut sich über eine Spende. Oder, wie in jedem Gottesdienst, wird auch bei einer Taufe eine Kollekte für einen bestimmten kirchlichen/sozialen Zweck gesammelt.

5. Muss die Taufe im Gemeindegottesdienst stattfinden?
Die Taufe sollte in einem Gemeindegottesdienst stattfinden, weil ein Mensch immer in eine Gemeinde hinein getauft wird.

6. Wann sollte eine Taufe angemeldet werden?
Bei Kindertaufen ist eine Frist von zwei Monaten sinnvoll. Bei Erwachsenentaufen (Alter ab 14 Jahren) empfiehlt sich eine Frist von 6 Monaten, weil die Taufe in der Regel mit einem Taufunterricht vorbereitet werden muss. Angemeldet wird die Taufe beim zuständigen Pfarramt. Die Telefonnummer steht im Telefonbuch unter „Kirchen, evangelische", oder s.u.)
 
Fragen zur Kindertaufe
7. Warum sollen Kinder getauft werden?
Gottes Zuwendung gilt allen Menschen ohne Vorbedingung. Diese Tatsache wird durch die Taufe von Säuglingen und Kindern deutlich. Eltern erleben das Entstehen neuen Lebens häufig als Wunder und wollen ihr Kind unter Gottes besonderen Schutz stellen.
Durch die Taufe eines Kindes übernehmen Eltern, Paten und die ganze Gemeinde die Verantwortung dafür, dass der heranwachsende Mensch Zugänge zu einem Leben als Christ oder Christin findet (Kindergottesdienst, Religions-, Konfirmandenunterricht).

8. Welche Vorbereitungen sind für die Taufe eines Kindes nötig?
In der Vorbereitung der Taufe findet zwischen dem Pfarrer und den Eltern (gerne auch mit den Paten) ein Gespräch statt. Geburtsurkunde (für „religiöse Zwecke“) bittet mitbringen.

9. Müssen Eltern verheiratet sein, wenn sie ihr Kind taufen lassen wollen?
Die Eltern des zu taufenden Kindes müssen nicht verheiratet sein. Allerdings muss in der Frage /Ihrer Absicht, ihr Kind taufen zu lassen, Einigkeit bestehen. Es ist auch möglich, die Trauung der Eltern mit der Taufe zu verbinden.

10. In welchem Alter sollte ein Kind getauft werden?
Die Taufe ist in jedem Lebensalter möglich.

11. Können Eltern ihr Kind taufen lassen, wenn sie nicht Kirchenmitglieder sind?
Ja, das ist möglich, wenn sich Patinnen und Paten finden, die bereit und in der Lage sind, die Verantwortung für die evangelische Erziehung des Kindes zu übernehmen.

12. Kann ein Kind gegen den Willen eines anderen Elternteils getauft werden?
Nein. Lehnt ein Erziehungsberechtigter die Taufe ab, so kann die Taufe nicht stattfinden. Nach der Vollendung des 14. Lebensjahres (Religionsmündigkeit) kann ein Jugendlicher selbst entscheiden, sich taufen zu lassen.

13. Können Nichtgetaufte am Religionsunterricht in der Schule und an kirchlichen Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche teilnehmen?
Ja. Der schulische Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach steht allen Schülerinnen und Schülern offen. Das gilt auch für Veranstaltungen in der Gemeinde - Krabbelgruppe, Kinderstunde, Christenlehre, Konfirmandenunterricht, Junge Gemeinde - und selbstverständlich für alle Gottesdienste.

14. Wer kann Pate oder Patin werden?
Patinnen und Paten müssen einer christlichen Kirche angehören und zum Abendmahl zugelassen sein. Mindestens eine Patin oder ein Pate soll der evangelischen Kirche angehören.
Freunde oder Familienmitglieder, die diese Voraussetzung nicht erfüllen, können nicht Patin oder Pate werden. Sie können als Taufzeugen in das Geschehen eingebunden sein.
 
Fragen zur Erwachsenentaufe
15. Welche Voraussetzungen gibt es für eine Taufe von Erwachsenen?
Entscheidend 'für die Taufe ist der Wille des Menschen, sich taufen zu lassen. Dabei kommt es nicht darauf an, das der Mensch bereits in einem bewährten Glauben lebt, sondern dass er Gottes Zuwendung erfahren hat und diese Zuwendung mit seinem Ja zu Gott erwidern möchte.
Diese Grundvoraussetzung wird ergänzt durch den kostenlosen Taufunterricht, der Informationen über das Leben als Christ in einer Gemeinde gibt.

16. Können Jugendliche konfirmiert werden, ohne getauft zu sein?
In der Konfirmation bekennen die Jugendlichen selbst, was Eltern und Paten bei der Taufe stellvertretend bekannt haben. Das bedeutet, dass die Taufe die Voraussetzung der Konfirmation ist. Bei der Taufe eines Erwachsenen fallen Taufe und Konfirmation ineinander.

17. Ist nach einem Kirchenaustritt eine erneute Taufe erforderlich?
Nein, ein Austritt aus der Kirche macht die Taufe nicht rückgängig. Er schränkt allerdings die kirchlichen Mitgliedschaftsrechte ein. Die Taufe wird bei einem Wiedereintritt in die Kirche nicht wiederholt - auch nicht bei dem Übertritt in eine andere christliche Kirche.
In den einzelnen Gemeinden unserer Landeskirchen gibt es viele regionale Unterschiede. Deshalb wenden Sie sich bitte bei weiteren Fragen an das Pfarramt, das für Ihren Wohnort zuständig ist.